Die Hütte muss brennen – auf Sparflamme oder lichterloh? Drucken
Volleyball - Aktuell

Am zweiten Advent kam es wieder einmal zum Zusammentreffen vermeintlicher Aufstiegskandidaten, Weihnachtsgeschenke wollte hier also noch keiner verteilen. Das Schmuddelwetter tauschten HTBU, ETV und HUSV gegen spannungsgeladene Hallenluft ein.

Im ersten Spiel duellierten wir uns mit HTBU, gegen die wir beim Vorbereitungsturnier noch ersatzgeschwächt den Kürzeren gezogen haben. Die Tatsache, dass wir auch in diesem Spiel auf Nico verzichten mussten ließ uns im Körpergrößenvergleich mit unseren Gegnerinnen klein aussehen ;) Den großen Block konnten wir jedoch mit einer stabilen Annahme, guter Passverteilung und variablem Angriffsspiel auf allen Positionen aushebeln. Mit der Startaufstellung um Simona, Anne, Lilli, Anni, Mone, Alena und Suse konnten die ersten beiden Sätze souverän gewonnen werden. Im dritten Satz nahm HTBU einige Wechsel vor und stellte die Aufschlagtaktik um, was uns einige Schwierigkeiten bereitete. Festzuhalten ist jedoch, dass von der vorher zitierten Spannung auf unserer Seite nicht mehr viel zu erkennen war. Die Konzentration und der letzte Wille, um jeden Punkt zu kämpfen, fehlte. So ging der dritte Satz an HTBU, die sich in der Abwehr besser auf uns eingestellt hatten und durch variantenreiches Aufschlagspiel überzeugten. Den vierten Satz begannen wir mit gleicher Lethargie und so lagen wir folgerichtig mit 0:6 zurück. Uns fehlte auf jeden Fall die Stabilität in der Annahme, die mit der Einwechslung von Svenja zurückkam (Svenja, super Spiel!). Ob unsere sonst so sichere Libera Suse an diesem Tag ihren Glücksschlüpper falschrum anhatte, muss noch geklärt werden ;) Frei zitiert nach St. Paulis Trainer Andre Schubert, der am Millerntor den “Baum brennen” sehen will, nahmen wir uns nach einer Auszeit von Fernando vor, die “Hütte brennen” zu lassen. Den Worten folgten Taten und wir demoralisierten unsere Gegnerinnen mit Kampfgeist und Siegeswillen, indem wir den Rückstand aufholten und den finalen Satz mit 25:20 für uns entschieden – mit großem Support der Fankurve brannte die Hütte lichterloh!

 Nun war es Zeit für einen kleinen Advents-Kuchen und –Kaffee. Gut unterhalten wurden wir vom Spiel HTBU gegen den ETV, bei dem sich zeigte, dass kein Gegner unterschätzt werden darf. Mit Wut im Bauch und dem Willen, vor heimischen Publikum zu überzeugen, setzte sich HTBU mit 3:0 gegen den ETV durch. Letztere waren augenscheinlich auf das Spiel gegen uns foukssiert und haben ihren Gegner unterschätzt.

 

Wir wussten jedoch, dass wir uns von dieser schwachen Vorstellung des ETV nicht täuschen lassen dürfen. Alle waren sich einig: ETV hatte das Hinspiel verdient aber knapp gewonnen, da war fürs Rückspiel mehr drin. Hoch motiviert gingen Colle, Toni, Lilli, Anni, Steffi, Alena und Suse also ins letzte Spiel des Tages.

Doch nicht wir, sondern der ETV legte los wie die Feuerwehr und ließ uns schwer ins Spiel kommen. Man konnte den Eindruck bekommen, dass keiner auf dem Feld davon überzeugt war, dass wir dieses Spiel für uns entscheiden können. Wollten wir zu viel, fehlte uns die Aggressivität oder haben wir einfach nur so gut gespielt, wie es die Mädels vom ETV zugelassen haben?

Wir spielten auf jeden Fall auf Sparflamme, ließen unnötige Bälle runterfallen und auch der Druck mit den Aufschlägen ließ zu Wünschen übrig. Einzig unser Wirbelwind Toni überzeugte auf der Diagonalposition mit guten Angriffen (gut in Szene gesetzt durch Colle) und tollen Abwehraktionen. Wir haben uns (und vor allem Colle) das Leben schwer gemacht, indem unsere Annahme regelmäßig an der Drei-Meter-Linie kleben blieb. Colle war oft zu Rettungsaktionen gezwungen, worunter natürlich auch unser variables Angriffsspiel und die Passgenauigkeit litt. Die ersten beiden Sätze gingen folgerichtig an den ETV. So hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt. Im dritten Satz zündeten wir noch einmal die Rakete und führten mit 18:13. Was dann geschah, ist eigentlich nur damit zu erklären, dass der Siegeswille und die letzte Konzentration fehlte. Nach einer Auszeit seitens des ETV unterliefen uns einfache Fehler, weshalb wir den ETV wieder auf 18:18 herankommen ließen. Danach entwickelte sich der vorher erwartete offene Schlagabtausch, bis wir auch den letzten Satz mit 28:30 abgeben mussten. Wir müssen anerkennen, dass Eimsbüttel die beiden Spiele gegen uns zu Recht für sich entschieden hat.

Aber ich bin mir sicher: wenn wir in der Zukunft mehr auf unsere Stärken vertrauen, mit einer gesunden Portion Aggressivität in jedes Spiel (und Training ;)) gehen und keinen Gegner unterschätzen (denn das ist fatal, wie der Spieltag gezeigt hat), werden wir eine entscheidene Rolle im Kampf um die Meisterschaft spielen.

Bis dahin ist jedoch noch ein weiter Weg – ich wünsche mir, dass wir und unsere Fans am nächsten Spieltag ein paar Leuchtfeuerraketen zünden werden. Natürlich nur sinnbildlich – auf dem Feld mit überzeigendem Spiel und auf der “Tribüne” mit guter Stimmung!

Bis dahin allen eine gemütliche Vorweihnachtszeit, eure Alena!